IWW Zürich zur Repression am 1. Mai

In verschiedenen Städten in der Schweiz wurde am 1. Mai demonstriert. Obwohl die Distanz- und Hygienevorschriften eingehalten wurden, nahm die Polizei in Zürich und Bern die Coronamassnahmen zm Anlass, jegliche politische Äusserung unterbinden zu wollen. Wir dokumentieren eine Erklärung der IWW Zürich.

Das Ajour Magazin hat mehrere Erfahrungsberichte von Betroffenen zusammengetragen: Die Polizei dreht frei am 1. Mai – Betroffene der Willkür berichten

Statement der IWW Zürich

Mehrere Mitglieder der Industrial Workers of the World (IWW) Ortsgruppe Zürich wurden am 1. Mai verhaftet und längere Zeit in Einzelzellen festgehalten. Einzelnen wurde ein Strafverfahren angedroht. Alle wurden aus dem inneren Stadtgebiet weggewiesen.

Die IWW Zürich wollte sich am 1. Mai 2020 solidarisch mit Arbeiter*innen zeigen, die, durch die Coronakrise verstärkt, aber auch allgemein in Konflikten und Kämpfen an ihren Arbeitsplätzen sind. Wir waren bedacht uns in Gruppen von weniger als 5 Personen zu bewegen und gebührend Abstand zueinander zu halten.

Bei unserer Kontrolle bzw. Verhaftung blieb trotz Nachfrage unklar, was der Grund dafür ist. Die Aussagen dazu waren „1. Mai“ , „Sie wissen schon wieso“ und „Verstoss gegen die Covid-Verordnung“. Auch die angedrohten Konsequenzen sind einigermassen wild ausgefallen: Es wurde mindestens eine Busse ausgesprochen, andere werden angezeigt und wieder andere wurden bis auf die Wegweisung kommentarlos entlassen. Die Gründe sind unterschiedlich und absolut willkürlich. Ausserdem hat sich die Polizei uns gegenüber mal wieder von der rassistischsten und sexistischsten Seite gezeigt und hat einzelne Mitglieder während der Verhaftung entsprechend beleidigt.

Die IWW ist empört ob der Willkür und der absurden Umsetzung der Covid-19 Regelungen am ersten Mai. Die sogenannte Corona-Krise trifft nicht alle gleich und wir wissen jetzt schon, dass die Klassengegensätze sich durch sie verschärfen.

Wann wenn nicht am 1. Mai, sollen wir uns solidarisch zeigen mit Menschen, die sich täglich beim von uns mitbetreuten Corona-Solifon melden, weil sie sich durch die Pandemie und die Bosse in ihrer Existenz bedroht fühlen?

Rückblickend ist der Zweck der Polizeiaktion klar. Sie war politisch motiviert und war purer Aktionismus. Weil man nach dem 1. Mai eine Verhaftungsstatistik vorweisen wollte, wurden unter dem Vorwand der Covid-Verordnung willkürlich sich friedlich in Kleingruppen bewegende Aktivistinnen verhaftet.

Ein Angriff auf Eine*n ist ein Angriff auf Alle!

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